Paul Guschlbauer fliegt bei Red Bull X-Alps | © harald-tauderer-red-bull© harald-tauderer-red-bull
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Der Red Bull X-Alps kommt!

Interview mit Top-Athlet Paul Guschlbauer

Der Red Bull X-Alps gilt als eines der härtesten Rennen der Welt. Zu jeder Ausgabe pilgern internationale Athleten nach Österreich, um sich der Härteprobe par excellence zu stellen. Die Mission: Von Salzburg bis Monaco zu kommen – und zwar ausschließlich in der Kombination zu Fuß und mit dem Paragleitschirm. In der Praxis bedeutet das die Überwindung von mehr als 1.000 Kilometern über zumeist alpines Gelände.

Einer der ganz Starken, der auch heuer wieder um den Sieg mitkämpfen möchte, ist der Österreicher Paul Guschlbauer. Mit uns sprach er über seine Motivation für solche Extrem-Events wie das Red Bull X-Alps, seine größten Ziele, seine tiefsten Momente. Viel Spaß beim Interview!

Der Event

Red Bull X Alps 2019 im Überblick

Tagesetappen von teilweise über 100 Kilometern erfordern Willensstärke, pure physische Kraft und einen verflixt guten Plan. Auch auf mentale und körperliche Erschöpfungsphasen müssen die Athleten gefasst sein und reagieren können. Die Erfahrung zeigt, dass viele der Teilnehmer an irgendeinem Punkt scheitern und ausscheiden und nur die Härtesten der Harten durchkommen. Hochspannung garantiert! 

  • Kick-Off-Tag: 16. Juni 2019
  • Athleten: 32 (30 Männer, 2 Frauen)
  • Nationen: 20
  • Zu beherrschende Disziplinen: Ausdauer-Hiking, Trailrunning, Bergsteigen, Paragleiten
  • Entscheidende Faktoren: Wetter, Strategie, physische & mentale Stärke
Paul Guschlbauer in der Luft bei Red Bull X-Alps | © Sebastian-Marko-red-bull© Sebastian-Marko-red-bull
SPITZEN-ATHLET IM GESPRÄCH

Der Österreichischer Paul Guschlbauer über das härteste Rennen unter der Sonne!

Nachdem er in seinen sportlichen Anfängen als rasanter Mountainbiker unterwegs war und bereits mit 13 erste Bewerbe gewonnen hatte, packte Paul Guschlbauer im Alter von etwa 20 Jahren die Faszination Paragleiten. Der immer schon von abenteuerlichen Outdoor-Sportarten faszinierte Österreicher wurde schnell so gut darin, dass er an Wettbewerben teilnehmen und bald die ersten Erfolge für sich verbuchen konnte. 

  • Mehrmals gewann er in den letzten Jahren bereits den Red Bull Dolomitenmann oder stand dabei am Stockerl.
  • Beim längsten Hike&Fly Europas, der drei Gebirgsketten in sieben Nationen verbindet, war er mit von der Partie.
  • Und Gewaltmärsche wie jenen auf den Muztagh Ata (7.546 m) in China hat Paul auch auf seinem Konto.
  • Beim Red Bull X-Alps verbucht er einen neunten und drei dritte Plätze für sich. Die nächste Chance auf den ersten Sieg steht heuer, 2019, bereit!
Paul Guschlbauer (AUT) beim Red Bull X-Alps in Salzburg, 2. Juli 2017 | © Honza Zak / Red Bull Contentpool© Honza Zak / Red Bull Contentpool

Was bedeutet dir der Red Bull X Alps?

PAUL GUSCHLBAUER: Red Bull X-Alps ist einerseits meine große Leidenschaft, andererseits ist es über die Jahre auch zu meinem Beruf geworden! Durch diesen Wettbewerb habe ich es geschafft, professioneller Athlet zu werden. Gleichzeitig verbindet er alles, was mir Spaß macht: Wettbewerb, Laufen, Bergsteigen, Paragleiten, Teamarbeit und Taktik!

Was motiviert jemanden, solch mentale und physische Strapazen auf sich zu nehmen?

Ich glaube, eine Chance auf Erfolg haben bei diesem Rennen nur jene, für die es nichts Schöneres gibt, als jeden Tag draußen zu sein, auf Berge zu gehen und zu fliegen! Wenn man für diese Dinge nicht sowieso lebt, sind die Strapazen natürlich schnell unerträglich. Red Bull X-Alps muss man wirklich wollen, um dabei gut zu sein!

Was begeistert dich am Paragleiten im Allgemeinen und an diesem Race im Speziellen?

Die Tatsache, dass man in einem kleinen Rucksack eine komplette Flugausrüstung verstauen kann und dieser dann nur um die acht Kilo wiegt, ist an sich schon faszinierend. Dass man mit dieser dann auch noch rein durch das gekonnte Ausnützen von Winden im Prinzip von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in der Luft bleiben kann und damit viele Kilometer zurück legen kann, begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Paragleiten ist die einfachste und direkteste Form des Fliegens!

Was, denkst du, ist das Attraktive am Event und am Rahmenprogramm für das Publikum?

Das Rennen ist durch das Live Tracking berühmt geworden. So kann jeder gemütlich von daheim aus ein Rennen vorm Computer verfolgen, bei dem die Teilnehmer ganz alleine in den letzten Winkeln der Alpen unterwegs sind. Abgesehen davon ermöglicht es aber auch jedem, sich auf die Suche nach den Athleten in den Bergen zu machen und zu versuchen, tatsächlich einen in der freien Wildbahn zu treffen. Das Rahmenprogramm und die Kooperationen mit 'Wendepunkt Ortschaften' wie Wagrain-Kleinarl hat das Rennen für die Zuseher noch zugänglicher gemacht. So kann jeder auch vor Ort in gemütlicher Atmosphäre live miterleben, welch Leistungen die Athleten erbringen.

Welche Erfahrungswerte bringst du aus den jeweiligen Disziplinen (Bergsteigen, Trailrunning, Paragleiten) mit?

Ich war seit meiner Jugend immer mountainbikend, kletternd oder laufend in den Bergen unterwegs. In den letzten Jahren habe ich auch in jeder meiner Lieblingsdiziplinen versucht, die Grenzen auszuloten. Beim Bergsteigen habe ich mich an einige der höchsten Gipfel der Welt heran getastet und beim Paragleiten auch an vielen anderen internationalen Bewerben teilgenommen. Trailrunning ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten Disziplinen in der Vorbereitung auf das Rennen.

Wie schmiedet man eine solide Strategie für solch einen abenteuerlichen Bewerb? Was sind dabei die wichtigsten Faktoren?

Ich habe es inzwischen schon vergleichsweise leicht, mir eine gute Strategie zurecht zu legen, da ich nun schon das 5. Mal am Start sein werde. Wenn man alle Aspekte wie Team, Training und Ausrüstung gut vorbereitet hat, ist es glaube ich am wichtigsten eine Strategie zu haben, die einem hilft, so schnell wie möglich in seinen eigenen Wohlfühlbereich zu kommen. Das Rennen muss auch bei enttäuschenden Ereignissen noch Spaß machen, sonst verliert man schnell die Motivation.

Du kennst die Strecke also, wie du selbst sagst, bereits aus früheren Teilnahmen. Was ist dein Lieblingsabschnitt (und wieso) und was dein Angst-Part (und wieso)?

Ich wohne nun seit einigen Jahren im Salzburger Land und kenne die Gegend zwischen Gaisberg, Wagrain-Kleinarl und Aschau sehr gut. Deshalb ist das auch ein Abschnitt, auf den ich mich freue. Bisher hatte ich weniger gute Erfahrungen in der Schweiz, deshalb würde ich sagen, dass ich vor diesem Teil den größten Respekt habe. Noch habe ich aber ein paar Monate Zeit, um auch in diesem Abschnitt besser zu werden!

Wie hast du den Abschnitt rund um Wagrain-Kleinarl aus deinen letzten Teilnahmen konkret in Erinnerung?

Mir gefällt die Gegend um Wagrain-Kleinarl einfach sehr gut. Ich mag die langen Täler und langen Bergrücken, die bis zum Alpenhauptkamm führen. Und ich komme, wann immer möglich, in das Gebiet, um dort zu trainieren!

Wie schaut deine Trainingswoche typischerweise aus und wie adaptierst du sie für den X-Alps?

Während dem Rennen muss man überdurchschnittlich viel laufen und fliegen. Dementsprechend ist es auch in der Vorbereitung schon sehr wichtig, mehr als üblich zu trainieren. Ausdauer beim Fliegen und beim Gehen sind das Wichtigste. In den Wochen vor dem Rennen mache ich dann noch viele Mehrtagestouren, um so richtig in den X-Alps Alltag rein zu kommen. 

Deine Stärken und Schwächen hinsichtlich so einer Kombi-Competition?

Dadurch, dass ich seit meiner frühen Jugend an Ausdauer-Wettbewerben teilnehme, denke ich, dass eine meiner größten Stärken Durchhaltevermögen ist. Beim Fliegen könnte man natürlich immer noch besser sein – hier ist der Kopf entscheidend und da wird man nur mit Erfahrung immer besser!

Paul Guschlbauer bei Red Bull X-Alps | © honza-zak-red-bull© honza-zak-red-bull

Kannst du dich an deinen magischsten Moment beim Red Bull X-Alps erinnern?

Die magischsten Momente sind für mich bis jetzt immer die gewesen, wenn ich nach vielen Tagen Strapazen in Monaco angekommen bin. Es ist einfach einfach ein ganz spezielles Gefühl, wenn man weiß, dass man es aus eigener Kraft, in nur rund zehn Tagen von Salzburg, quer durch die Alpen, bis nach Monaco geschafft hat!

Du warst schon mehrmals als Dritter am Podium bei deinen X-Alps-Teilnahmen. Hast du für heuer ein erklärtes Ziel?

Nach insgesamt drei dritten Plätzen kann es nurmehr ein Ziel geben:

Ich möchte Red Bull X-Alps 2019 gewinnen!

Wir drücken dir die Daumen! :)