Red Bull X-Alps kommt!

Interview mit Top-Athlet Paul Guschlbauer

Red Bull X-Alps gilt als eines der härtesten Rennen der Welt. Zu jeder Ausgabe pilgern internationale Athleten nach Österreich, um sich der Härteprobe par excellence zu stellen. Die Mission: Von Salzburg bis zum Mont Blanc und wieder zurück zu kommen – und zwar ausschließlich in der Kombination zu Fuß und mit dem Paragleitschirm. In der Praxis bedeutet das die Überwindung von mehr als 1.000 Kilometern über zumeist alpines Gelände.

Einer der ganz Starken, der auch heuer wieder um den Sieg mitkämpfen möchte, ist der Österreicher Paul Guschlbauer. Mit uns sprach er über seine Motivation für solche Extrem-Events wie Red Bull X-Alps, seine größten Ziele, seine tiefsten Momente. Viel Spaß beim Interview!

Das Event

Red Bull X Alps 2021 im Überblick

Spitzen-Athlet im Gespräch

Der Österreichischer Paul Guschlbauer über das härteste Rennen unter der Sonne!

Was bedeutet dir Red Bull X Alps?

PAUL GUSCHLBAUER: Red Bull X-Alps ist einerseits meine große Leidenschaft, andererseits ist es über die Jahre auch zu meinem Beruf geworden! Durch diesen Wettbewerb habe ich es geschafft, professioneller Athlet zu werden. Gleichzeitig verbindet er alles, was mir Spaß macht: Wettbewerb, Laufen, Bergsteigen, Paragleiten, Teamarbeit und Taktik!

Was motiviert jemanden, solch mentale und physische Strapazen auf sich zu nehmen?

Ich glaube, eine Chance auf Erfolg haben bei diesem Rennen nur jene, für die es nichts Schöneres gibt, als jeden Tag draußen zu sein, auf Berge zu gehen und zu fliegen! Wenn man für diese Dinge nicht sowieso lebt, sind die Strapazen natürlich schnell unerträglich. Red Bull X-Alps muss man wirklich wollen, um dabei gut zu sein!

Was begeistert dich am Paragleiten im Allgemeinen und an diesem Race im Speziellen?

Die Tatsache, dass man in einem kleinen Rucksack eine komplette Flugausrüstung verstauen kann und dieser dann nur um die 8 Kilo wiegt, ist an sich schon faszinierend. Dass man mit dieser dann auch noch rein durch das gekonnte Ausnützen von Winden im Prinzip von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in der Luft bleiben kann und damit viele Kilometer zurück legen kann, begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Paragleiten ist die einfachste und direkteste Form des Fliegens!

Was, denkst du, ist das Attraktive am Event und am Rahmenprogramm für das Publikum?

Das Rennen ist durch das Live Tracking berühmt geworden. So kann jeder gemütlich von daheim aus ein Rennen vorm Computer verfolgen, bei dem die Teilnehmer ganz alleine in den letzten Winkeln der Alpen unterwegs sind. Abgesehen davon ermöglicht es aber auch jedem, sich auf die Suche nach den Athleten in den Bergen zu machen und zu versuchen, tatsächlich einen in der freien Wildbahn zu treffen. Das Rahmenprogramm und die Kooperationen mit 'Wendepunkt Ortschaften' wie Wagrain-Kleinarl hat das Rennen für die Zuseher:innen noch zugänglicher gemacht. So kann jeder auch vor Ort in gemütlicher Atmosphäre live miterleben, welch Leistungen die Athleten erbringen.

Welche Erfahrungswerte bringst du aus den jeweiligen Disziplinen (Bergsteigen, Trailrunning, Paragleiten) mit?

Ich war seit meiner Jugend immer mountainbikend, kletternd oder laufend in den Bergen unterwegs. In den letzten Jahren habe ich auch in jeder meiner Lieblingsdiziplinen versucht, die Grenzen auszuloten. Beim Bergsteigen habe ich mich an einige der höchsten Gipfel der Welt heran getastet und beim Paragleiten auch an vielen anderen internationalen Bewerben teilgenommen. Trailrunning ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten Disziplinen in der Vorbereitung auf das Rennen.

Wie schmiedet man eine solide Strategie für solch einen abenteuerlichen Bewerb? Was sind dabei die wichtigsten Faktoren?

Ich habe es inzwischen schon vergleichsweise leicht, mir eine gute Strategie zurecht zu legen, da ich nun schon das 6. Mal am Start sein werde. Wenn man alle Aspekte wie Team, Training und Ausrüstung gut vorbereitet hat, ist es glaube ich am wichtigsten eine Strategie zu haben, die einem hilft, so schnell wie möglich in seinen eigenen Wohlfühlbereich zu kommen. Das Rennen muss auch bei enttäuschenden Ereignissen noch Spaß machen, sonst verliert man schnell die Motivation.

Du kennst die Strecke also, wie du selbst sagst, bereits aus früheren Teilnahmen. Was ist dein Lieblingsabschnitt (und wieso) und was dein Angst-Part (und wieso)?

Ich wohne nun seit einigen Jahren im Salzburger Land und kenne die Gegend zwischen Gaisberg, Wagrain-Kleinarl und Aschau sehr gut. Deshalb ist das auch ein Abschnitt, auf den ich mich freue. Bisher hatte ich weniger gute Erfahrungen in der Schweiz, deshalb würde ich sagen, dass ich vor diesem Teil den größten Respekt habe. Noch habe ich aber ein paar Monate Zeit, um auch in diesem Abschnitt besser zu werden!

Wie hast du den Abschnitt rund um Wagrain-Kleinarl aus deinen letzten Teilnahmen konkret in Erinnerung?

Mir gefällt die Gegend um Wagrain-Kleinarl einfach sehr gut. Ich mag die langen Täler und langen Bergrücken, die bis zum Alpenhauptkamm führen. Und ich komme, wann immer möglich, in das Gebiet, um dort zu trainieren!

Kannst du dich an deinen magischsten Moment bei Red Bull X-Alps erinnern?

Die magischsten Momente sind für mich bis jetzt immer die gewesen, wenn ich nach vielen Tagen Strapazen in Monaco angekommen bin. Es ist einfach ein ganz spezielles Gefühl, wenn man weiß, dass man es aus eigener Kraft, in nur rund zehn Tagen von Salzburg, quer durch die Alpen, bis nach Monaco geschafft hat!

Du warst schon mehrmals als Dritter am Podium bei deinen X-Alps-Teilnahmen. Hast du für heuer ein erklärtes Ziel?

Nach insgesamt vier dritten Plätzen kann es nurmehr ein Ziel geben:

Ich möchte Red Bull X-Alps 2021 gewinnen!

Wir drücken dir die Daumen! :)